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Aufbau des Auges – Mit klarer Sicht die eigene Umwelt wahrnehmen

Das Auge ist als paariges Organ angelegt und entwickelt sich schon sehr früh während der Schwangerschaft großteils aus Gehirngewebe. Ab dem 22. Tag sind bereits die Augenanlagen sichtbar.

Der Aufbau des menschlichen Auges

Das Auge eines Erwachsenen wiegt 7,5 Gramm und ist 23,5 Millimeter lang. Es besteht aus drei Schichten (Bindegewebsschicht, Gefäßschicht und Nervenschicht) und drei Räumen (Glaskörper, zwei Augenkammern). Zum Augapfel gehören noch zahlreiche Anhangsgebilde wie Muskeln, Nerven, Gefäße, die sich in der knöchernen Augenhöhle, gut in Fettgewebe eingebettet, befinden. Nach außen schützen die Lider den Augapfel.

Die Bindegewebsschicht

Die äußere Schicht ist die Bindegewebsschicht, da sie aus kollagenen und elastischen Bindegewebsfasern besteht. Sie wird unterteilt in die weiße Lederhaut (Sklera, griech.: sklerosis = starr, fest) und in die klare, lichtdurchlässige Hornhaut (Cornea, lat.: cornus = das Horn. Nach dem Tod bekommt die Hornhaut eine weißgelbe Farbe wie die eines Kuhhorns). Die Lederhaut muss fest sein, da an ihr die äußeren Augenmuskeln ansetzen. Die Hornhaut hat eine Brechkraft von ungefähr +43 Dioptrien, sie sammelt also das Licht.

Die Gefäßschicht

Die mittlere Schicht heißt Gefäßschicht (Uvea), da sie viele Gefäße zur Versorgung der Muskeln im Augeninneren und der Netzhaut hat. Sie wird unterteilt in die Regenbogenhaut (Iris) mit der Pupille (lat.: puppa = kleine Person, da man im Spiegelbild der Hornhaut winzig klein abgebildet wird), den Strahlenkörper (Corpus ciliare) und die Aderhaut (Chorioidea). Der Strahlenkörper besteht aus dem Muskel für die Nah- und Ferneinstellung der Linse (Akkommodation) und den Zotten für die Produktion des Augenkammerwassers, das die hintere und vordere Augenkammer füllt. Die Aderhaut ist aus einem dichten, schwamm- oder traubenförmigen Geflecht von Blutgefäßen (Arterien und Venen) aufgebaut.

Die Nervenschicht

Die innere Schicht nennt man Nervenschicht, da sich in ihr sehr viele Nervenzellen und deren Fortsätze befinden. Sie besteht aus dem Pigmentepithel (Zellen mit Farbkörnchen, die das Licht nicht in die darunter liegende Aderhaut dringen lassen) und der Netzhaut (Retina, lat.: rete = das Netz), in der Millionen verschiedene Zellen miteinander vernetzt sind. Dazu zählen die Rezeptorzellen (Zapfen für das Tages- und Farbsehen, Stäbchen für das Schwarz/Weiß- und Dämmerungssehen), die mit ihnen verknüpften bipolaren Zellen (besitzen zwei Pole) und die dann damit verbundene Ganglienzellen. Diese haben einen langen Fortsatz (Neurit). Alle diese Neuriten (ungefähr eine Million) bilden den Sehnerv (zweiter Hirnnerv). Dazwischen befinden sich noch viele andere Zellen wie Stützzellen (Glia) und kleinere Nervenzellen (horizontale und amakrine Zellen).

Der Glaskörper

Der größte Raum des Augapfels wird vomGlaskörper, einem Gelee aus Wasser, Eiweißen, kollagenen Fasern und Hyaluronat, ausgefüllt. Er heißt aufgrund seiner Transparenz gläserner Körper (Corpus vitreum). Während der Entwicklung des Auges in der Schwangerschaft enthält er noch Blutgefäße. Diese dienen zur Ernährung der sich entwickelnden Linse, bilden sich aber rasch zurück, und der Glaskörper wird, wie schon der Name sagt, glasklar. Im Laufe des Alterns wird der Glaskörper immer flüssiger. Es kommt zur hinteren Glaskörperabhebung.

Die Augenkammern

Hinter der Regenbogenhaut liegt die Augenhinterkammer, in der das Kammerwasser (Humor aquous) von den Strahlenkörperzotten produziert wird. Das Wasser dient der Ernährung der Linse, die selbst ja keine Gefäße besitzt. Es ist an sich eine klare Flüssigkeit. Durch Entzündungen kann sie trüb werden, da sich darin dann viele Zellen (weiße Blutkörperchen) und vermehrt Eiweiß befinden. Der Kammerwasser ließt durch die Pupille in die vor der Regenbogenhaut liegende Augenvorkammer. Hier ernährt das Kammerwasser die Hornhaut, die, wie die Linse, keine Blutgefäße besitzt. Am Übergang zwischen Hornhaut und Lederhaut, im sogenannten Kammerwinkel, befindet sich ein kleiner Kanal (Schlemm´scher Kanal), durch den das Kammerwasser abfließt. Es fließt immer genau so viel ab wie produziert wird. So entstehen ein Gleichgewicht und ein bestimmter Druck im Auge, der gemessen werden kann. Dieser liegt zwischen 10 und 21 mm Hg. Kann das Kammerwasser nicht wie gewohnt abfließen, staut es sich im Auge und führt dadurch zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks. Dies wird, wenn dadurch ein Sehnervenschaden bewirkt wird, grüner Star oder Glaukom genannt.Grüner Star - Glaukom

Video zum Aufbau des Auges