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Brillen haben die erstaunliche Eigenschaft, spurlos verschwunden zu sein, wenn man sie braucht. Fertiglesebrillen, die so preiswert sind, dass man sie im Dutzend anschaffen und in der Wohnung verteilen kann, bereiten dieser zeit- und nervenraubenden Suche nach der Lesebrille ein Ende. Diese Lösung ist zwar praktisch, aber nicht unbedingt augenfreundlich.

Fertiglesebrillen, sogenannte Lesehilfen, sind ein Massenprodukt, bei dessen Herstellung jeweils Durchschnittswerte zugrunde gelegt werden. Die Gläser für solche Brillen gibt es zwar zwischen +0,5 und +4 Dioptrien in Abstufungen von 0,25 Dioptrien. Doch eine Hornhautverkrümmung, eine unterschiedliche Sehstärke zwischen dem linken und dem rechten Auge sowie den von Gesicht zu Gesicht unterschiedlichen Abstand zwischen den Pupillen berücksichtigen Fertiglesebrillen nicht.

Da das Sehsystem aber relativ anpassungsfähig ist, fällt es Ihnen wahrscheinlich kaum auf, wenn Sie mit einer solchen Fertiglesebrille nicht optimal sehen können. Erst wenn Sie eine richtig angepasste Brille aufsetzen, wird deutlich: Es geht noch besser!

Fertiglesebrillen sind allenfalls eine Sehhilfe für Zwischendurch, zur Überbrückung. Wenn es darum geht, auf mehrere Brillen zurückgreifen zu können, ohne den Geldbeutel allzu sehr zu belasten, können Sie – die Wahl einer preiswerten Fassung und ebensolcher Brillengläser vorausgesetzt – beim Augenoptiker eine individuell angepasste Lesebrille erstehen, die nicht nennenswert teurer sein muss als eine Fertiglesebrille.

Wenn Sie eine Fertiglesebrille, deren Brechkraftwerte nicht stimmen, als reguläre Nahsichtbrille verwenden, die Sie mehrere Stunden aufbehalten, zum Beispiel beim Lesen, künden unter Umständen bald rote Augen und Kopfschmerzen davon, dass Sie Ihren Augen etwas Untaugliches zumuten.