Skip to main content

Fehlsichtigkeit bei Kindern

Das Auge erscheint dem Beobachter zum Zeitpunkt der Geburt beinahe vollständig entwickelt. Tatsächlich erreicht aber das Auge eines Neugeborenen nur annähernd 75 % bis 80 % der Größe eines erwachsenen Auges. Das Wachstum des Auges schreitet bis zum 13. Lebensjahr fort. Eine Fehlsichtigkeit bei Kindern kann sich jederzeit entwickeln.

Sehvermögen beim Kind

Fehlsichtigkeit kommt auch bei Kindern vor

Die Länge des Augapfels beträgt bei einem Neugeborenen zwischen 16,6 und 16,8 mm. Das Längenwachstum wird in drei unterschiedlichen Perioden eingeteilt. In den ersten 18 Lebensmonaten findet eine rasche Zunahme der Länge um 4,3 mm statt, gefolgt von einer langsameren Phase zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr. In dieser Zeit wächst das Auge durchschnittlich um 1,1 mm. Die dritte Phase liegt zwischen dem fünften und 13. Lebensjahr, wobei das Auge noch um ungefähr 1,3 mm anlege zunimmt.

Auch die Größe und Form der Hornhaut unterliegen im ersten Lebensjahr einer ständigen Veränderung. Durch das Wachstum vergrößert sich der Hornhautdurchmesser, die Hornhaut flach ab, verringert hierbei ihre Stärke und steigert ihre Transparenz.

Haben alle Babys blaue Augen?

Fehlsichtigkeit bei KindernDie Farben unserer Augen wird durch Farbstoffe (Pigmente) in der Regenbogenhaut bestimmt. Wenig Farbe finden wir in blauen Augen, etwas mehr im Grünen und viel Farbstoff in braunen Augen. Kurz nach der Geburt besitzen die Babys Augen mit weißer Hautfarbe und kaum Farbe und erscheinen daher in einem hellen Blau. Bei afrikanischen oder asiatischen Kindern hingegen finden wir dunkelgraue oder braune Augen. Die Veränderung der Augenfarbe entsteht schrittweise durch Einlagerung von Farbpigmenten. Mit Vollendung des ersten Lebensjahres hat das Kind seine endgültige Augenfarbe.

Warum weint mein Kind ohne Tränen?

Der Tränenfluss eines Babys entwickelt sich innerhalb von 4-5 Wochen nach der Geburt. Es ist vollkommen normal, wenn ihr Kind in dieser Zeit bei meinen noch keine Tränen vergießt.

Was sieht mein Kind, wenn es auf die Welt kommt?

Das genau Fixieren eines Gegenstands ist zum Zeitpunkt der Geburt im allgemeinen vorhanden aber noch sehr schwach entwickelt. In den ersten Lebenswochen zeigen sich aufgrund der Unreife des Sehvermögens, die irreguläre und unkoordinierte Augenbewegungen. Diese sind in diesem Lebensabschnitt normal. Bereits in der vierten Lebenswoche zeigt sich eine stabile parallele Augenstellung, welche für das erlernen des dreidimensionalen Sehens im dritten Lebensmonat erforderlich ist. Im Alter von 5-6 Wochen können Neugeborene Lichtquellen folgen, Ihnen bekannte Gesichter erkennen und ein reaktives Lächeln zeigen. Folgebewegungen auf kleine Objekte sind ab dem dritten Lebensmonat zu beobachten. Zu diesem Zeitpunkt betrachten Kinder Gegenstände, die in der eigenen Hand gehalten werden. Ab dem vierten Lebensmonat entwickelt sich das scharf stellen der Augen auf ein nahes Objekt, auch Akkommodation genannt. Zwischen dem siebenten Lebensmonats und dem zweiten Lebensjahr wird die Ummantelung der Sehnervenfasern (Myelinisierung) und somit die Reifung des Sehnervs fertig gestellt.

Wird das Sehvermögen bei meinem Baby überprüft?

Augenuntersuchung beim Kind

Beiseite legen und Kleinkindern erfolgt die Bestimmung der sie scharfe durch die Beurteilung der Fixation und der Folgebewegungen auf nicht und Objekte. Dabei wird auch die Fähigkeit der Fixation eines Objekts, das Halten der Fixation und die Folgebewegungen in alle neuen Blickrichtungen überprüft. Zunächst wird die Untersuchung beidäugig und in weiterer Folge einäugig durchgeführt. Zur Verdeckung eines Auges eignet sich besonders in diesem Alter die in den meisten Fällen mitgeführte frische Windel. Wenn das abwechselnde Abdecken eines Auges vom Kind unterschiedlich abgelehnt wird, indem es unruhig wird und suchende Augenbewegungen macht, spricht dies für eine eingeschränkte Sehschärfe des nicht verdeckten Auges.

Die Ermittlung der Sehschärfe bei Kindern im verbalen Alter Erfolgt unter Zuhilfenahme und speziellen Sehtafeln zum Beispiel LH-Tafel (benannt nach Lea Hyvärinnen, einer finnischen Augenärztin). Diese Tafeln setzen sich aus vier unterschiedlichen Symbolen (Harz, Kreis, Quadrat und Haus) zusammen und werden zur Sehschärfenbestimmung sowohl für den Nah- als auch für den Fernbereich verwendet.

Mein zweieinhalb jähriger Sohn ist zwei Dioptrien weitsichtig – ist das viel?

Nein, es handelt sich um eine geringgradige Weitsichtigkeit, wie in diesem Alter häufig zu finden ist und sich in den meisten Fällen noch auswächst. Eine Korrektur mit einer Brille ist bei einem sonst normalen Augenbefund ohne Schielneigung nicht notwendig.

Fehlsichtigkeit (Brechungsfehler)

Sonnenbrille beim BabyWie sieht nun die Verteilung der Fehlsichtigkeit bei gesunden Kindern zwischen der Geburt und dem sechsten Lebensjahr aus? Nach aktuellen Studien haben nur 20-30 % aller untersuchten gesunden Kinder eine Normalsichtigkeit. D.h., 70-80 % der Kinder weisen einen niedrigen oder mittelgradigen Brechungsfehler auf. Höhergradige Brechungsfehler konnten nur sehr selten nachgewiesen werden. Unter den Fehlsichtigkeiten fand sich am häufigsten (70-80 %) eine geringe Weitsichtigkeit (Hypermetropie), welche bei den hierbei untersuchten Kindern keiner Korrektur durch eine Brille oder Kontaktlinse bedurfte. Eine höhere Weitsichtigkeit fand sich lediglich bei 5-6 % der untersuchten Kinder. Nur ein geringer Prozentsatz (5-10 %) der Kinder wiesen eine niedrige oder mittelgradige Kurzsichtigkeit (Myopie) oder eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) auf.

Reife Neugeborene sind in der Regel weitsichtig. Im ersten Lebensjahr erfolgt eine Abnahme der Weitsichtigkeit durch das Wachstum des Auges unter Abstimmung von Augengröße und Brechkraft der menschlichen Hornhaut und Linse. In dieser Vorgang wird Emmetropsation genannt und führt im Allgemeinen zu einem normalsichtigen Auge. Die Theorie dieser Dioptrien Abnahme besagt, dass bei einer Weitsichtigkeit ein verschwommener Seheindruck entsteht, der wiederum zu einer Anregung des Augenlängenwachstums führt. Eine niedrige oder mittelgradige Weitsichtigkeit wird durch Änderungen der Brechkraft der Augenlinse (Akkommodation) unwillkürlich ausgeglichen und dadurch beim betroffenen Menschen nicht bemerkt. Solange ein beschwerdefreies Sehen sowohl in die Ferne als auch in die gegeben ist, keine Schielneigung besteht bzw. die Kinder diesbezüglich auch familiär nicht vorbelastet sind, ist die Korrektur einer geringen bis mittelgradigen Weitsichtigkeit im Allgemeinen nicht zwingend notwendig. Bei einer Weitsichtigkeit über drei Dioptrien sollte auch im Kindesalter eine Brille verordnet werden, um die Gefahr einer Schielerkrankung zu verhindern. Bei einer Schielerkrankung, Augenzittern, schielenden oder schwachsichtigen Familienangehörigen, Beschwerden durch eine nicht auskorrigierte Fehlsichtigkeit (Kopfschmerzen, Schweregefühl, rasche Ermüdung u.a.) oder bei Vorliegen einer Lesestörung, sollten grundsätzlich auch geringgradige Fehlsichtigkeiten mit einer entsprechenden Korrektur ausgeglichen werden.

Wie wird eine Fehlsichtigkeit bei Kindern bestimmt ?

Augentropfen beim BabyDie Bestimmung der Dioptrienanzahl im Kindesalter erfolgt mit einer so genannten Tropfenuntersuchung, weil er durch spezielle Augentropfen das Scharfstellen und somit die Änderung der Brechkraft der menschlichen Linse  (Akkommodation) kurzfristig gehemmt wird. Dadurch kann eine Dioptrienmessung mit einer Lichtquelle erfolgen. Dabei wird auf das durch die Lichtquelle erzeugte Lichtband geachtet, welches je nach Dioptrien unterschiedliche Bewegungen aufweist. Leuchtet man zum Beispiel von oben nach unten in das Lichtband folgt dieser Bewegung, so spricht man von einer Mitläufigkeit, ein Anzeichen für Weitsichtigkeit. Bewegt man die Lichtquelle von oben nach unten und das Lichtband bewegt sich im Auge von unten nach oben, also entgegengesetzt, so zeigt sich eine Gegenläufigkeit, ein Anzeichen für Kurzsichtigkeit. Durch das Vorhalten von Brillengläsern kann nun die optimale Dioptrienanzahl bestimmt werden.

Je nach verwendeten Augentropfen bleiben die Pupillen des untersuchten Kindes zwischen zwei und 24 Stunden erweitert. In dieser Zeit sollte auch einen ausreichenden Sonnenschutz Sonnenbrille und/oder Schirmkappe geachtet werden.

Ab welchem Alter können Brillen getragen werden?

Bereits im Säuglingsalter kann die Anpassung einer Brille erforderlich sein. Bei diesen Brillen handelt es sich um spezielle Babybrillen (Kinderbrillen), die mit Kopfbändern ausgestattet sind und somit nicht heruntergezogen werden können.

Kind mit BrilleWie sieht eine optimale Kinderbrille aus?

Die Brillenfassung richtet sich nach der Anatomie des jungen Brillenträgers und darf dessen Bewegungsfreiheit nicht einschränken. Die Bügel dürfen die Wangenknochen nicht berühren und somit Auflagestellen erzeugen. Die Fassung selbst sollte stabil und elastisch sein und das Gewicht möglichst gering. Elastischer Sportbügelenden sind komplett um das Ohr herumgezogen und enden kurz vor dem Ohrläppchen. Somit wird ein optimaler Halt gewährleistet. Bei Kindern mit schwach ausgeprägtem Nasenrücken, der der Brille kaum Auflagefläche bietet, werden Sattel- oder Schlaufenstege eingesetzt. Diese ersetzen die bekannten Nasenpads. Wegen der Splittergefahr von Glasbrillen werden bei Kindern immer Kunststoffgläser verwendet.