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Was ist Akkommodation?

Um Objekte in unterschiedlicher Entfernung zwischen Unendlich und dem Nahbereich scharf sehen zu können, verfügt das Augenpaar in jüngerem Alter über die Fähigkeit, den Brechwert beider Augen synchron zu steigern oder abzuschwächen. Diese Leistung, die von den Augenlinsen und den Ziliarmuskeln erbracht wird, bezeichnet man als Akkommodation. Landolt gab im Jahre 1902 folgende Definition: „Unter Akkommodation verstehen wir, im Gegensatz zu der statischen, d.h. der Refraktion des Auges im Ruhezustand, die dynamische Refraktion, d.h. die Refraktion, welche sich das Auge mittels der Kontraktion, welche sich das Auge mittels de Kontraktion seines Ziliarmuskels, resp. stärkerer Wölbung seiner Linse, zulegt.“ Die Bezeichnung „dynamische Refraktion“ beschreibt die Akkommodationsleistung sehr zutreffend.

Akkommodation

 

Äußere und innere Akkommodation

Bei Anspannung der Akkommodation kommt es zu einer Steigerung der Brechkraft beider Augen, die Seiten gleich erfolgt. Ursache ist zum einen die Formänderung der Linse, zum anderen die Steigerung des Brechungsindex im Inneren der Linse.

Verformbare Augenlinse

Ersteres bezeichnet man als äußere Akkommodation, Letzteres als innere Akkommodation. Die Änderung der äußeren Linsenform geht im wesentlichen auf Konto einer Krümmungszunahme der Linsenvorderfläche von ca. 10 mm Krümmungsradius bei entspannter Akkommodation auf ca. 6 mm Krümmungsradius bei maximaler Akkommodation; die Linsenhinterfläche verändert sich nur wenig und wird nur geringfügig steiler, nämlich von ca. 6 mm auf ca. 5,5 mm. Genaue Vermessungen werden diese während des Akkommodationsvorgangs hinsichtlich Form und Position zeigen, dass die Linse bei Anspannung der Akkommodation, wenn Sie also in Ihrem Aufhängerapparat erschlafft, etwas nach unten absackt, was optisch nicht wirksam ist, was aber mit entsprechenden Messmethoden erfasst werden kann.

Neben der Formänderung der Linse kommt es durch Umschichtung der Linsenfasern zu einer Veränderung des Brechungsindex, was ebenfalls zu einer Steigerung der Brechkraft führt. Abschätzungen ergeben, dass ca. 2/3 der Brechkraft Steigerung auf die äußere Akkommodation, also die Formänderungen, ca. 1/3 auf die Änderung des Brechungsindex, also auf die innere Akkommodation, zurückzuführen sind.